Die Stabilisierung der Stromnetze ist im Zeitalter der regenerativen Energien dringenst notwendig.

am Sonntag, 31 Oktober 2010. veröffentlicht in Energiewende, Stromnetze

Jedem ist sofort klar, dass nachts keine Sonne scheint und auch nicht immer Wind bläst. Doch jedem ist mindestens genauso klar, dass wir Menschen ob in der Arbeit oder zu Hause immer Elektrizität benötigen. Die Stromversorgungsunternehmen müssen dabei exakt so viel Strom zur Verfügung stellen, wie auch verbraucht wird. Im langsam ablaufenden Zeitalter der Großkraftwerke war dies relativ einfach zu bewerkstelligen. Doch im nun immer stärker aufkommenden Zeitalter der erneuerbaren Energien wird dies mit der zunehmenden Anzahl an Windkraftanlagen und Solarparks immer komplexer.
Denn der Anteil der Strommenge, welche starken Schwankungen unterworfenen ist nimmt stetig zu. Weiter verlagert sich ein immer größer werdender Anteil der Stromerzeugung weg von Großkraftwerken und hin zu dezentralen Strukturen auf z.B. Hausdächer. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter verstärken, denn immer mehr Haushalte werden auch sog. Mini-Blockheizkraftwerke im Keller stehen haben, mit denen Sie selbst Strom erzeugen und diesen in das Netz einspeisen können.
Wie man sich jetzt leicht vorstellen kann, müssen unsere Stromnetze plötzlich völlig neuen Herausforderungen gewachsen sein, um kurzfristige Stromschwankungen ausgleichen zu können. Deshalb ist es dringendst notwendig unsere Stromnetze zu modernisieren und unsere Haushaltsgeräte, Autos etc. dahingehend so umzurüsten, dass diese miteinander kommunizieren können. Das bedeutet, dass man eine Waschmaschine befüllt und so einstellt, dass sie dann waschen soll, wenn gerade sehr viel Strom zur Verfügung steht, der Preis also niedrig ist. Ähnliches wird auch mit den zukünftigen E-Autos geschehen, welche sich auf Wunsch im Laufe der Nacht aufladen, wenn der Strom gerade günstig ist. Der Auto-Akku kann dann sogar als kurzfristiger Energiespeicher genutzt werden, in dem die Stromnetze Energie speichern und bei Bedarf einen Teil wieder abrufen könne.
Das Stromnetz der Zukunft ist also keine bloße Verkettung von Leitungen mehr, sondern ein sensibles Netzwerk aus miteinander kommunizierenden Stromverbrauchern und -erzeugern. Deshalb werden diese auch Smart Grids genannt.
Doch machen wir uns nichts vor, der Ausbau unserer Netze wird hunderte Milliarden Euro kosten und Jahrzehnte dauern.
Ideologische Grabenkämpfe, welche den ungezügelten Ausbau der erneuerbaren Energiegewinnungskapazitäten fordern behindern vielmehr das vorankommen der regenerativen Stromerzeugung. Besser wäre es, wenn sich alle Parteien und Interessensgemeinschaften an einen Tisch setzen würden um ein echtes tragfähiges Konzept zur Energieversorgung der Zukunft zu entwickeln. Das Energiekonzept der Bundesregierung geht in vielen Punkten genau diesen Weg. Die Regierung hat erkannt, dass unser Hauptaugenmerk im kommenden Jahrzehnt auf dem Ausbau der Stromnetze liegen muss um den Wirtschaftsstandort Deutschland auch in Zukunft so wettbewerbsfähig zu halten wie er heute ist und so Hunderttausende an Arbeitsplätzen zu sichern.
Denn für die Energie- und Umweltpolitik der Zukunft darf Ökonomie und Ökologie kein Widerspruch mehr sein.

Autor: Peter Mayer jun.

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