Stabilisierung des Stromnetzes (Teil 1)

am Donnerstag, 02 Februar 2012. veröffentlicht in Energiewende, Stromnetze

Viele Bürger haben die Chance der erneuerbaren Stromerzeugung erkannt und in Photovoltaik-, Windkraft- und Biogasanlagen investiert. Damit der dezentral erzeugte Strom aufgenommen werden kann, müssen die Stromnetze umgerüstet und an einzelnen Stellen verstärkt werden. Jetzt haben findige Ingenieure Lösungen entwickelt, mit denen die Vert...
Viele Bürger haben die Chance der erneuerbaren Stromerzeugung erkannt und in Photovoltaik-, Windkraft- und Biogasanlagen investiert. Damit der dezentral erzeugte Strom aufgenommen werden kann, müssen die Stromnetze umgerüstet und an einzelnen Stellen verstärkt werden. Jetzt haben findige Ingenieure Lösungen entwickelt, mit denen die Verteilnetze bis zu vier mal so viel Strom aufnehmen können ohne neue Kabel verlegen zu müssen. Das spart erhebliche Kosten.
MdB Josef Göppel (AKU-Landesvorsitzender) hat zwei vielversprechende Pilotprojekte in den letzten Wochen besucht. In Larrieden bei Feuchtwangen sorgt ein regelbarer Ortsnetztransformator dafür, dass Solaranlagen, Biogasanlagen und ein Windrad ohne Gefahr für die Netzstabilität zuverlässig einspeisen können. In Unterfranken wurde der Wechselrichter einer Freiflächenphotovoltaikanlage so ausgelegt, dass er 24 Stunden am Tag Blindstrom bereitstellen kann. Blindstrom ist das Schmiermittel für den Stromtransport. Das Netz verträgt damit deutlich mehr Einspeisung von Sonnen- und Windstrom.
Doch wie funktioniert das Ganze genau? 

 
In unserer Neuen Reihe, finden Sie hier Antworten auf die wichtigsten Fragen bezüglich unseres Stromnetzes!
 
2012 liefern erneuerbare Energien mehr als 20 % des deutschen Stromverbrauchs. Deshalb müssen sie auch mehr Verantwortung für die Netzstabilität übernehmen. - Also Bau neuer Stromleitungen?
 
Es gibt prinzipiell acht Möglichkeiten, das Stromnetz stabil zu halten:
1.    Erzeugungsmanagement (Lastdrosselung)
2.    Nachfragesteuerung (Lastverlagerung)
3.    Bau zusätzlicher Transformatoren
4.    Erweiterte Regelung im Mittelspannungsnetz
5.    Leitungsbau
6.    Speicherbau
7.    Blindleistung aus Wechselrichtern
8.    Regelbare Ortsnetztransformatoren 
 
Alle Welt redet von Leitungs- und Speicherbau!
 
Ja, beides ist aber teuer und langwierig. Als schnell realisierbare Lösungen stehen zwei technische Neuentwicklungen zur Verfügung,
  • Spannungsstabilisierung mit Wechselrichtern und
  • Regelbare Ortsnetztransformatoren.
Schön, aber wie funktioniert das?
Begeben wir uns auf einen kleinen Ausflug in die Physik. Was geht in einer Stromleitung vor sich? 
 
Strom – was ist das eigentlich?
Elektrischer Strom besteht aus Elektronen, die sich in eine bestimmte Richtung bewegen. 
 
Warum bewegen sich Elektronen?
Indem jemand am Ende einer Leitung zusätzliche Elektronen einspeist und so Druck aufbaut. 
 
Stellen Sie sich zum Vergleich einen vollen Gartenschlauch vor.
Sie drehen den Wasserhahn etwas auf und sofort fließt am anderen Ende das Wasser heraus. So ist es auch beim Strom. 
 
Ist das alles?
Nicht ganz! Das strömende Wasser entspricht dem Elektronenfluß. Den nennt man Stromstärke. Der Druck im Wasserschlauch heißt beim Strom Spannung. Entscheidend ist, dass die Spannung immer gleich hoch bleibt, sonst fließt bald kein Strom mehr. 
 
Klar! Und wo ist dabei das Problem?
Jeder Verbraucher, der den Strom einschaltet, senkt die Spannung ab. In Millisekunden müssen von irgendwoher wieder neue Elektronen ins Netz kommen.
Je ungleichmäßiger ein Stromnetz beansprucht wird, desto höher ist der Bedarf an Regelleistung.
 
Lesen Sie nächste Woche mehr!
 
 

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