Neue Energieträger sichern die Zukunft der Mobilität – Benzin und Diesel aus Algen

am Mittwoch, 21 April 2010. veröffentlicht in Energiegewinnung, Mobilität, Energiewende, Stromnetze

Die Zeit von Benzin, Diesel und Kerosin getriebenen Fahrzeugen ist gezählt. So oder so ähnlich hört es sich an, wenn viele über die Zukunft diskutieren! Doch ist dem wirklich so? Auf jeden Fall wird es sehr schwer, alternative Treibstoffarten für den Flugverkehr zu finden. Denn kaum eine Treibstoffart besitzt eine derart hohe Energiedichte, die ausreicht um Flugzeuge am Himmel zu halten. Das Prognostizierte Wasserstoffflugzeug wird wohl noch Jahrzehnte auf sich warten lassen. Die Elektromobilität steckt wegen der heute nochzu schweren und viel zu ineffizienten Akkutechnologie noch in den Kinderschuhen und wird sich zunächst vermutlich lediglich in den Ballungsräumen durchsetzen. Im ländlichen Raum hingegen müssen größere Distanzen zurückgelegt werden und da ist eine Reichweite von 100 bis 200 kmsehr limitierend. Erdgasbetriebene Fahrzeuge sind zwar eine Alternative aber nur auf den Ersten Blick, da Erdgas kein regenerativer Energieträger ist.

Im Moment wird intensiv daran geforscht „Erdöl“ in großen Mengen künstlich herzustellen. Die University of Texas ist weltweit führend. Sie forscht und entwickelt daran, das schwarze Gold aus einer grünen Algen-Suppe zu gewinnen. Die Algen werden zunächst in dicken Plastikschläuchen in einem Gewächshaus kultiviert und schließlich unter Licht- und Luftabschluss in große Tanks gefüllt. Bakterien in der Algensuppe verbringen nun dies, was in der Natur Millionen Jahre dauert in wenigen Tagen. Danach kann reinstes Öl aus dem Tank gewonnen werden, das schließlich wieder in Raffinerien zu Benzin, Diesel und Kerosin verarbeitet werden kann. Nur jetzt ist dieser Vorgang völlig regenerativ und damit kein Problem mehr für unsere Umwelt. Leider wird diese Technologie wohl noch einige Jahre benötigen, bis sie großflächig eingesetzt werden kann. Man schätzt, dass im Jahr 2011 etwa 8 Millionen Liter Benzin und Diesel so gewonnen werden können, was im Vergleich zum Marktbedarf noch verschwindend gering ist. Es stimmt jedoch zuversichtlich, dass die US-Air Force die Bedeutung dieses Problems –wenn auch aus purem Eigennutz– erkannt hat und einer der Hautpfinanziers der Arbeit der University of Texas ist. Auf dem Markt wird sich das künstliche Öl nur dann durchsetzten, wenn es preislich vergleichbar ist mit dem herkömmlich geförderten Erdöl. Dies wird aber erst dann passieren, wenn es zu einer großflächigen Kultivierung von Algen gekommen ist. Voraussichtlich wird dies aber nicht vor 2020 der Fall sein. Aber danach stellt das Öl aus Algen eine echte regenerative Alternative zu Erdölprodukten dar.

Autor: Peter Mayer jun.

 

 

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