Forderungen des AKU zur Erhaltung der Artenvielfalt

am Dienstag, 19 April 2011. veröffentlicht in Umweltschutz / Klimaschutz

„Eine intakte Natur ist auch ein zentraler Wirtschaftsfaktor.“
(Regierungsprogramm CDU/CSU)

Analyse:

Die EU-Mitgliedstaaten haben auf dem Göteborger Gipfeltreffen vom Jahr 2001 beschlossen, bis zum Jahr 2010 den Rückgang der Biodiversität zu stoppen. In Anbetracht der aktuellen Trends und der weiterhin wirksamen Ursachen für den Rückgang der Biodiversität wird es schwierig sein, diese Vorgabe zu erreichen.

Eine Auswertung der Roten Listen zeigt, dass in Deutschland große Anteile der heimischen Arten und Biotoptypen gefährdet sind. Die Spanne reicht von 8 Prozent bei den Farn- und Blütenpflanzen bis hin zu 86 Prozent bei den Reptilien. Bis auf die Vögel (48 Prozent auf der Roten Liste) weisen alle Wirbeltiergruppen Rote-Liste-Anteile von weit über 50 Prozent aus. Vor allem Vogelarten des Grünlands und der Ackerfluren wie zum Beispiel Kiebitz und Feldlerche sind aktuell vom zunehmenden Nutzungsdruck durch Energiepflanzenanbau im Schwinden. Dies gilt auch für unsere bekannteste Vogelart der offenen Kulturlandschaft, die Feldlerche. Die Bestände der Feldlerche sind europaweit im Zeitraum von 1980–2005 um fast 50 % gesunken. Gerade in Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten ein drastischer Rückgang zu verzeichnen. Während die Feldlerche nach der Wiedervereinigung in Ostdeutschland, im Bestand zunächst zulegen konnte, gab es im Westen nach einer kurzfristigen Bestandserholung eine anhaltende, deutliche Abnahme. Bis heute haben sich die Bestände nahezu halbiert. Seit 1999 sinken auch die Zahlen in Ostdeutschland wieder.

 

Forderungen:

  1. Bundesaktionsplan zur Umsetzung der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt

  2. Fortschreibung des ‚Nationalen Naturerbes’ zur dauerhaften Sicherung von 125.000 Hektar ökologisch wertvoller Flächen aus dem Bundesbesitz, insbesondere kostenlose Übertragung der letzten 25 000 ha bisher überwiegend militärisch genutzter Flächen an Länder, Verbände und Stiftungen.

  3. Entwicklung eines Bundesprogramms zum Schutz der biologischen Vielfalt

  4. Ökologischer Finanzausgleich: Einführung eines neuen Verteilungskriteriums in den länderübergreifenden und kommunalen Finanzausgleich. Die Vorhaltung eines hohen Anteils naturnaher Flächen soll bei den Finanzausgleichsberechnungen besonders begünstigt werden.

  5. Vervollständigung eines bundesweiten Biotopverbundsystems

  6. Verstärkter Bau von Grünbrücken

  7. Unterstützung der flächendeckenden Entwicklung von Landschaftspflegeverbänden nach Verankerung dieser freiwilligen Gemeinschaftsinitiativen im Bundesnaturschutzgesetz

  8. Gewässerrandstreifen in die Flächenprämien der Agrarförderung einbeziehen

  9. Gezielte Unterstützung des Aufbaus von „NaturWeideWirtschaft“-Systemen zur wirtschaftlichen Pflege von Grünland

  10. Gezielte Renaturierung von CO2-Senken wie Grünland, Moore und Wälder. Die Interventionsschwelle bei Grünlandverlust muss von 5% auf 2% abgesenkt werden.

  11. Bei der Förderung von Biogasanlagen im EEG ist der Anteil des Eingangsstoffes Mais zu begrenzen.

  12. Auch beim Ziel Erhaltung der Artenvielfalt setzen wir vorzugsweise auf Freiwilligkeit sowie auf die Schaffung von Anreizen für Grundeigentümer und Landnutzer

  13. Deutsche Initiative für ein Gesetzgebungsverfahren auf EU-Ebene durch das der Handel mit illegalem Holz unterbunden wird.


Autor:Beschlussfassung der AKU-Landesversammlung

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