Neue Energieträger sichern die Zukunft der Mobilität - Wasserstoff aus Algen

am Dienstag, 06 April 2010. veröffentlicht in Wasserstofftechnologie, Mobilität

Schon seit Anbeginn der Zeit nutzen Menschen Pflanzen nicht nur als Nahrungsquelle sondern auch zur Herstellung von Kleidern und zur Erzeugung von Energie. Doch meist wurden dafür nur Teile der Pflanzen verwendet. So wurde aus Rapskörnern Rapsöl gepresst, aus Getreide Alkohol gewonnen nur um die Mobilität zu sichern. Zukünftig jedoch sollen die Pflanzen komplett verarbeitet werden. Dazu sind heute bereits Biogasanlagen weit verbreitet. Doch damit Energieerzeugung nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht, erproben Wissenschaftler heute bereits neue Energiepflanzen. Sie sollen wirtschaftlicher und ergiebiger sein, möglichst ohne energieaufwändige Düngung und Schädlingsbekämpfung auskommen. Auch der Klimawandel hin zu trocknerenund heißeren Wetterperioden spielt dabei eine Rolle. Deshalb geht der Trend weg von landgebundenen Pflanzen und hin zu Aquakulturen.

Algenzucht ist eine vielversprechende und vielseitige Technologie, um Kraftstoff herzustellen. Unterschiedliche Universitäten erforschen hier unterschiedliche Ansätze. Weltweit führend ist hier die University of Texas, sie erforscht, wie man innerhalb kürzester Zeit aus Algen „Erdöl“ gewinnen kann (mehr dazu erfahren Sie in einem der nächsten Posts). Aber auch in Deutschland wird eifrig daran geforscht. An der Universität Bielefeld werden sogenannte Mikroalgen gezüchtet, die die natürliche Eigenschaft haben, Wasserstoff herzustellen. Gentechnisch verändert, produzieren sie ein Vielfaches mehr Wasserstoff als ihre Verwandten in der Natur. Sie stellen deshalb unter Einfluss von Licht eine große Menge Wasserstoff her. Wasserstoff ist ein Gas, bei dessen Verbrennung sich der Wasserstoff mit dem Sauerstoff der Luft zu reinem Wasserdampf verbindet. Es wäre eigentlich ein idealer Treibstoff, der statt herkömmlichen Benzin unsere Autos antreiben könnte. Im Vergleich zur herkömmlichen und teuren Produktion mittels Elektrolyse stellt die Zucht der Algen einen möglichen, preisgünstigeren Ausweg dar. Leider birgt die Wasserstoffwirtschaft auch große Gefahren. Für Transport und Lagerung von Wasserstoff in großen Mengen gibt es trotz Jahrzehnte langer Forschung noch keine zufriedenstellende Lösung. Gasflaschen stehen unter hohen Druck und Autotanks bestehen aus teurem Titanschaum der nur einen gewissen Prozentsatz des zuvor „getankten“ Wasserstoffs wieder freigibt. Deshalb besteht hier noch enormer Forschungsbedarf.

 

Autor:Peter Mayer jun.

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